Visionen und Ausblicke

Hier in diesem Abschnitt möchte ich den Raum für noch nicht Vorhandenes, für Entstehendes, für Zukünftiges öffnen. Zum einen möchte ich alle einladen, die sich für die Anthroposophie und die Schriften Rudolf Steiners interessieren, sich zu melden. Für Austausch und Kommunikation über dieses allumfassende Werk. Ich möchte hier und jetzt eine kleine Inspiration liefern aus dem Schaffen von Rudolf Steiner, als Beispiel aus dem Vortrag vom 18.10. 1905 „Einblick in die astrale Welt“ in Berlin, GA 93 a (20)

 

„Wir wollen nun den Vorgang des Sterbens ins Auge fassen, um die Technik der Reinkarnation zu verstehen. Der Prozess des Sterbens besteht darin, dass der Ätherkörper und der physische Körper zunächst voneinander gerissen werden. Das ist der Unterschied zwischen dem Einschlafenden und dem Sterbenden, dass bei dem Einschlafenden der Ätherkörper mit dem physischen Körper verbunden bleibt. Im Ätherkörper sind eingeprägt alle Gedanken und Erlebnisse des Menschen, die sind in ihm eingegraben. Der Mensch würde sich vielmehr an seine Erlebnisse gedächtnismäßig erinnern können, wenn nicht die Außenwelt fortwährend seine Erlebnisse auslöschte. Der Mensch hat seine Vorstellungen nur nicht immer vor sich, weil er seine Aufmerksamkeit nach Außen richtet. Wo er aufhört das zu tun, nimmt er wahr, was in seinem Ätherkörper aufgespeichert ist. Alles Was der Mensch von der Außenwelt aufgenommen hat, ist in seinem Ätherleib eingegraben. Er richtet zunächst seine Aufmerksamkeit nach Außen und nimmt die Eindrücke in seinen Ätherleib auf. Das vergisst er aber zum Teil wieder. Wenn nun im Tode der physische Körper abgelegt wird, nimmt er in dem Augenblicke alles das wahr, was in seinem Ätherleib eingespeichert ist. Das ist der Fall nachdem sein Ich mit dem Astralleib und dem Ätherleib, sich vom physischen Leib getrennt hat. Gleich nach dem Tode also ist Gelegenheit geboten, zur vollkommenen Erinnerung an das vergangene Leben. Nun müssen wir noch einen ähnlichen Moment zu verstehen suchen, nämlich den Moment der Geburt, wo der Mensch in eine neue Inkarnation hineinkommt. Da tritt etwas anderes ein. Da bringt er alles dasjenige mit, das er auf dem Devachan-Plan sich erarbeitet hat. Wie Glocken, schwirren die sich verkörpern wollenden Astralleiber an den Lebensäther heran und bilden nun einen neuen Ätherleib. Wenn nun der Mensch mit seinem zukünftigen Ätherleib sich verbindet, dann tritt ein Moment der Schau ein, gerade so, wie er vorher beim Tode auf sein vergangenes Leben zurückschaute. Das drückt sich nun aber ganz anders aus, nämlich als ein Vorausschauen in die Zukunft, ein Vorauswissen. Bei etwas psychisch veranlagten Kindern kann man manchmal in der frühesten Zeit solche Erzählungen hören, solange noch nicht die materialistische Kultur auf die Kinder gewirkt hat. Ein Vorausschauen des Daseins ist das. Das sind zwei wichtige, wesentliche Momente, denn sie zeigen uns, was der Mensch, wenn er herunterkommt, um sich zu inkarnieren, mit sich bringt. Wenn er gestorben ist, ist das Wesentliche eine Erinnerung. Wenn er sich reinkarniert, ist das Wesentliche eine Zukunftsvision. Diese Beiden verhalten sich zueinander wie Ursache und Wirkung. Alles was der Mensch im letzten Moment des Todes erlebt, ist die Zusammenfassung aller vorhergehenden Leben. Diese werden im Devachan aus einer Vergangenheitssache, in eine Zukunftssache umgearbeitet.  Diese beiden Momente können einen wichtigen Fingerzeig geben, für ganz bestimmte Zusammenhänge zwischen zwei oder mehreren aufeinanderfolgenden Inkarnationen.“

Zum anderen ist es mir ein Herzensanliegen die Idee und Vision eines Projektes in die Welt zu bringen, das auf der Grundlage eines Hauses mit Grund und Boden für Gartenanbau und Obstbäumen und einem kleinen Wald basiert. Neben eigenem Wasser darf das Grundstück über genügend Ressourcen verfügen, um selbstversorgend so viel des alltäglichen Bedarfs als möglich abzudecken, um dort einen Raum dafür zu schaffen, anderen Menschen, die sich weit von ihrem Ursprung, ihrer eigenen Natur, ihrer Quelle entfernt haben, für ein paar Tage eine Möglichkeit zu bieten, wieder zurückzufinden, an ihr eigenes wertvolles Potential wieder anzuschließen, oder zumindest dorthin wieder die Orientierung zu gewinnen. Auch hier gilt wieder der Grundsatz, diesen Menschen nur Impulse zu vermitteln, Anregungen, ihren Schatz zu heben, nur zu begleiten, oder gar nur den Raum der Stille und Ruhe zur Verfügung zu stellen, um lichtvoll geführt, selbständig diesen Weg zum eigenen Seelenauftrag wieder zu öffnen. Der Rahmen eines naturnahen Lebens für einige Tage, darf dabei wieder Kräfte und Energien freisetzen, die es den Menschen erlaubt, danach Weichen zu stellen, Dinge zu verändern, um sich wieder zu verbinden mit der eigenen Essenz, sich und das Leben wieder zu spüren und so zu erfahren, wie es ursprünglich angelegt ist. Begleitet darf dieser Prozess von allen Inhalten werden, die ich selbst persönlich dort zur Verfügung stellen kann, von körperzentrierten Maßnahmen über geistige Arbeit zur Aufdeckung von negativen Glaubensmustern, Selbstzweifeln und Bewusstmachung seelischer Prägungen, Stille für Einkehr und Kontakt zu sich selber, Atemübungen, Bewegungsübungen bis hin zu Erleben von Wald und Natur, meditative Stunden an einer Feuerstelle, Kräuter, Pflanzen und vieles mehr. Auch hier lade ich dazu ein, sich bei entsprechender Resonanz telefonisch zu melden.

 

Ich möchte alle auffordern dazu, sich bei mir zu melden, wenn ihr ein Grundstück, ein Haus zu verpachten habt oder aber jemanden kennt, der solche Ressourcen zur Verfügung hat. Herzlichen Dank. Zum Abschluss möchte ich nochmals Rudolf Steiner selbst zu Wort kommen lassen, mit einem Ausschnitt aus dem Buch „Das große Rudolf Steiner Buch für Einsteiger“ von Axel Burkhart, was die Essenz des Daseins als Mensch auf diesem Planeten Erde und was der hohe Sinn unseres Planeten selbst ist.

 

„Was soll in gleicher Weise den Wesen auf der Erde eingeimpft werden? So wie auf unserem Vorgänger, dem Monde, die Weisheit eingeimpft worden ist, so soll auf unserem Planeten eingeimpft werden die Liebe. Unser Planet ist der Planet der Liebe. Deshalb hat begonnen die Entwickelung, sozusagen die Einträufelung der Liebe in ihrer niedrigsten Form. Da alles herausgekommen war in der Zeit der Lemuria, als das Ich des Menschen Form annahm, da begann durch die Geschlechterteilung die Entwickelung der Liebe in ihrer niedrigsten Form. Und alle Weiterentwickelung besteht in einer zunehmenden Veredelung bis zur Vergeistigung dieses Liebeprinzips. Und ebenso wie auf dem Monde Weisheit den Wesen eingeträufelt worden ist, so wird, wenn unsere Erde einst an ihrem Ziele angelangt sein wird, Liebe auf dem Grunde aller Wesen sein.“ ( GA 105, S. 132 f. )

„Immer größer wird das Licht werden, das als Sonnenlicht, als Geisteslicht, als Christus-Licht den Menschen von Innen durchstrahlen wird, so wie das äußere Sonnenlicht ihn von Außen umstrahlt. Das wird des Menschen Zukunft sein, dass er die Sonne nicht nur mit äußeren Augen anschauen und ihre Herrlichkeit empfinden wird, sondern dass er in seinem Inneren auch den geistigen Sinn der Sonne wird aufleben lassen. Wenn er dazu imstande sein wird, dann wird er erst voll verstehen, was eigentlich in der Gestalt, die wir als den Christus Jesus bezeichnen, auf Erden gewandelt ist. Das wird erst langsam und allmählich von dem Menschen verstanden werden können. Und ebenso wahr, als es ist, dass er in der vorchristlichen Zeit die ankündigenden geistigen Wesen begreifen musste, die den Menschen sozusagen entlassen haben in die physische Welt hinunter, ebenso wahr ist, dass der Mensch nunmehr begreifen muss, durch eine wirklich spirituelle Bewegung, jene geistige Kraft, die damals mit der Sonne aus der Erde herausgegangen ist. Der Mensch musss sie als eine innerliche geistige Kraft wieder in Empfang nehmen können; er muss diese geistige Kraft, die ihm die großen Impulse in die Zukunft hineingibt, er muss diese Christus-Kraft begreifen.

 

Und um diese Christus-Kraft zu begreifen, dazu gehört alle spirituelle Wissenschaft, dazu gehört als Geistsame alles, was aufgebracht werden kann an geistigen Lehren. Man kann nicht sagen, dass die Anthroposophie Christentum ist; sondern man muss sagen: Dasjenige, was durch das Christus-Prinzip der Erde dem Menschen gegeben worden ist, wird durch das Instrument der Anthroposophie allmählich begriffen werden. Dadurch aber, dass es begriffen wird, wird es immer mehr der Geistsame werden, wird immer mehr jener große Impuls in die Erdenentwickelung hineingegeben werden. Denn der Mensch braucht es, nachdem er am tiefsten hinabgestiegen ist in die Materie, umsich ihr wieder zu entreißen, um wieder zurückzukehren in seine geistige Heimat.“ (GA 105, S. 125 f.)